Die Therapiebegleithunde-Ausbildung

Die Therapiebegleithunde-Ausbildung

Ein Eignungstest ist die erste Überprüfung, die gemeinsam vom Hundehalter und Hund absolviert werden muss. Der Hund sollte ein freundliches Wesen besitzen, Menschen gegenüber aufgeschlossen und gut sozialisiert sein.

Zudem ist es von Vorteil, wenn der Hund aufmerksam, gut zugänglich, ausgeglichen und kontaktfreudig ist.

Der Hund sollte möglichst wenig bis gar nicht schreckhaft und deutlich kontrollierbar sein. Es ist nicht schlimm, wenn der Hund sich erschrickt (darf er ja auch, er ist ja keine Maschine). In diesem Fall wird bei dem Test geschaut, wie der Hundehalter bzw. Halterin mit der Situation umgeht, bzw. was der Hund macht und wie schnell er sich wieder beruhigt. Außerdem muss eine tiefe, vertrauensvolle und sehr enge Beziehung zwischen Hund und Halter bzw. Halterin bestehen. Es sollte sich um ein eingespieltes Mensch-Hund-Team handeln, sodass der Hund jederzeit abrufbar ist und auf den Menschen entsprechend reagieren kann.

Was kann ein Therapiebegleithund bewirken

Natürlich hängt das Therapieziel immer vom Zustand des Menschen ab. Ein Therapiebegleithund kann beispielsweise bewirken, dass Patienten besser auf Medikamente ansprechen oder weniger benötigen. Blutdruck und Puls senken sich, Sprachstörungen werden gemindert. TBH haben eine besonders beruhigende Wirkung auf Kinder, Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder ältere Menschen. Die geistigen Fähigkeiten werden verbessert und eine Steigerung der Gedächtnis- und Konzentrationsleistung wird erreicht.

Die Therapiebegleithunde tragen auch zur Besserung einer depressiven Stimmung bei, bauen Einsamkeit ab, können die Mobilität fördern oder Spastiken lockern. Hier wirkt der Körperkontakt entspannend auf die Muskulatur. Der Hund erwirkt eine schmerzfreie Aufdehnung der Fingermuskeln.

Unsere Therapiebegleithunde sind vielseitige Unterstützer in verschiedenen Therapiebereichen. Sie besuchen Senioreneinrichtungen, fördern demenzerkrankte Personen, begleiten Depressionstherapien und bieten Langzeitförderung bei Demenz, Depression und Alzheimer. Die Hunde fördern die Motorik und schaffen individuelle Settings in Palliativbetreuung und Hospiz, wo sie Trost und emotionale Unterstützung spenden. In ihrer einfühlsamen Präsenz sind sie wertvolle Partner für Menschen in verschiedenen Lebensphasen.

Unsere Therapiebegleithunde unterstützen Leseförderung, begleiten Schulaktivitäten, Langzeitprojekte und integrative Settings. Sie spielen eine Rolle in Schulsozialarbeit, Hausaufgabenbetreuung und sind wertvolle Begleiter für Tagesmütter, indem sie eine positive Atmosphäre schaffen und die Entwicklung der Kinder fördern.

In der Hospizbegleitung leisten unsere einfühlsamen Therapiebegleithunde unterstützende und tröstende Präsenz. Durch ihre liebevolle Anwesenheit schaffen sie eine ruhige und warme Atmosphäre, die Trost und emotionalen Beistand für Menschen in ihrer letzten Lebensphase bietet. Unsere TBH-Hunde sind sensibel auf die Bedürfnisse der Sterbenden und ihrer Angehörigen abgestimmt, und ihre beruhigende Gegenwart trägt dazu bei, dass dieser Übergang mit Respekt, Würde und liebevoller Unterstützung erfolgt. In der Hospizbegleitung sind unsere Therapiebegleithunde einfühlsame Begleiter, die Trost und Geborgenheit in schwierigen Zeiten spenden.

Zielgruppe und Einsatzbereiche

  • Menschen, die gemeinsam mit ihrem menschenfreundlichen, gutmütigen TBH durch Besuche in sozialen Institutionen mit beeinträchtigten Personen Freude schenken möchten. (Alltagsbegleitung, Besuchshunde)
  • Menschen aus therapeutischen oder pädagogischen Berufsfeldern, die ihren eigenen TBH in ihre Tätigkeiten einbinden möchten (Therapiebegleithunde)
  • Alle therapeutischen, pädagogischen und medizinischen Berufsgruppen (Therapiebegleithunde)
  • Interessierte Menschen ohne berufliche Fachqualifizierung im therapeutischen, pädagogischen und medizinischen Bereich. (Schul. bzw. Besuchshunde)
  • Besuche in Institutionen: Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Krankenhaus, div. soziale Einrichtungen
  • Pädagogik: Besuche in Schulen, Aktivitäten in der Freizeit (Spaziergänge, Spielstunden, Tierpflege, etc.) oder Anwesenheit in Schulen (Schul-, Besuchs- oder Lernhund)
  • Therapeuten: für Einzelstunde, Gruppentherapie
  • Psychologie/Psychiatrie: Einzelstunden, Gruppentherapie (Therapiebegleithund)
  • Medizin: Arztpraxen, Palliativstationen, Kindermedizin, Jugendpsychiatrie (Therapiebegleithund)

Fazit: Da dies sehr unterschiedliche Anforderungen für den Hund sind, muss nicht jeder Hund alles können. Die Stärken und Vorlieben eines Hundes werden bei der Ausbildung erkannt und gefördert.

Anforderung an den Mensch:

  • Mindestalter 18 Jahre.
  • Kontaktfreudig, offener Zugang zu Menschen.
  • Menschen aus den Bereichen Medizin, Psycho-Therapie, Pädagogik, Pflege, Soziale Arbeit oder Behinderteneinrichtungen 
  • Menschen aus fachfremder Berufsausbildung oder ehrenamtliche Tätigkeit
  • zudem unbescholten, Strafregisterauszug
  • Hundehaftpflichtversicherung
  • Lernbereitschaft
  • Geduld
  • Empathie
  • Teamfähigkeit
  • Ausreichend Zeit
  • kontaktfreudig
  • körperliche Eignung
  • soziale und pädagogische Kompetenz
  • tiefe, enge und vertrauensvolle Bindung zum Hund
     
     

Anforderungen an den Hund

Therapiebegleithunde sollen ein gutmütiges, freundliches Wesen haben und kontaktfreudig sein. Erforderlich ist ein hohes Ausmaß an Stressbelastbarkeit und Toleranz gegenüber anderen Menschen und Tieren. Auf folgende Gesichtspunkte ist im Rahmen einer Wesensbeurteilung (Eignungstest) besonders Bedacht zu nehmen:

  • Sozialverhalten
  • Ängstlichkeit
  • Jagdtrieb, Aggressionsverhalten
  • Selbstsicherheit, Unbefangenheit
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Ablenkbar
  • Geräuschempfindlichkeit

Der Eignungstest für Hunde:

Es gibt eine Vielzahl von Situationen, um feststellen zu können, wie sich der Hund verhält. Das sind z.B.

  • Begrüßung
  • Abwarten
  • Verhalten bei Lärm
  • Verhalten bei spielenden Kindern (wenn möglich)
  • Leinenführigkeit
  • Kontakt am Rollstuhl, Rollator und Krücken
  • Kontakt am Gehwagen
  • Futterverweigerung
  • Impulskontrolle
  • Bewegte Objekte wie z.B. aufgespannter Schirm
  • Grundsignale
  • Rückruf
  • Spieltrieb des Hundes
  • Spielabbruch- Abbruchsignal
  • Untergrundsensibilität bei verschiedene Untergründen
  • ungewohnte Kleidung z.B. Mantel, Schal oder Taschen oder Regenschirm

Aufgrund des Testes entscheidet das fachliche Team von Pfote mit Herz, ob das jeweilige Team zur Ausbildung zugelassen werden kann. Nur wenn der Eignungstest positiv ausfällt, kann mit der Ausbildung begonnen werden.

Kosten: Eignungstest Therapiebegleithunde 50,- €

Kosten: Eignungstest Therapiebegleithunde 50,- €

Österreichische Prüfstelle für Assistenzhunde und Therapiebegleithunde

Dokumente für die Prüfungstermine zur Verfügung gestellt von Messerli Institut

Dokumente für die Prüfungstermine
zur Verfügung gestellt von Messerli Institut

Staatlich anerkannte Ausbildung

Nach positivem Abschluss der TBH-Ausbildung erhält das Mensch-Hunde-Team ein staatlich anerkanntes Zertifikat durch die TBH-Prüfstelle des Messerli Institut der Vedmet Uni Wien. Es zeigt, dass das Duo eine spezielle Ausbildung durchlaufen hat, um künftig in verschiedensten Einrichtungen oder Orten als emotionale Unterstützung tätig zu werden.

Dieses Zertifikat ist wichtig, weil es gewährleistet, dass der Therapiebegleithund nicht nur niedlich, sondern auch gut erzogen und zuverlässig ist. Das schafft Vertrauen bei den Einrichtungen, die solche Teams einsetzen wollen, und gibt den Menschen, die von den Therapiebegleithunden besucht werden, Sicherheit.

Es ist so absolutes Qualitätssiegel, das zeigt, dass das TBH-Team die nötigen Fähigkeiten hat, um Menschen mit ihrer Empathie und deren pelzigen Freundlichkeit zu helfen. Kurz gesagt, das Zertifikat öffnet Türen für diejenigen, die anderen durch einen TBH ein Lächeln ins Gesicht zaubern wollen. 

Jahresprüfung

Unsere Therapiehunde unterziehen sich jedes Jahr gemäß §39 einer Jahresüberprüfung durch das Messerli Institut. Die Prüfung gewährleistet, dass sie weiterhin die hohen Qualitätsstandards für ihre wichtige Rolle als Therapiebegleiter erfüllen. Das Engagement für diese regelmäßige Überprüfung zeigt unser Bestreben, erstklassige TBH-Teams als tiergestützte Therapie anzubieten und das Wohlbefinden unserer Klientinnen und Klienten nachhaltig zu fördern.

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